China ist mal wieder eifrig daran, TOR das Leben schwer zu machen, die letzten Tage kamen wir gar nicht mehr an WordPress ran. Jetzt (mit neuester Alpha-Version) geht es aber wieder, und wir koennen vom letzten Teil unseres Harbin-Ausflugs berichten.
Am dritten Tag wollten wir zu den “eigentlichen” Attraktionen des Eisfestivals: Sun Island und dem Eispark. Wir nahmen ein Taxi und waren schnell bei Sun Island, die ueber eine Bruecke zugaenglich ist. Da es sich nur um eine Insel im Fluss handelt, ist sie leicht zu erreichen. Fuer das Eisfestival sind die Ticketpreise von 30 RMB auf 150 RMB pro Person angehoben worden und der Park der Insel zu einer Art Attraktionspark umzaeunt worden.
Wir haben von einer “Touristenfuehrerin” die Karten etwas billiger (142 RMB) bekommen, woraufhin diese uns auch hinein begleitet hat. Es war reichlich kalt, aber sehr sonnig. Sie ueberredet uns, in einen Elektrogolfkarrenbus einzusteigen, da es ja “sooo weit” sei, um zu den Skulpturen zu laufen. Wir haben nochmal 30 RMB bezahlt udn sind eingestiegen. Nach ganzen 4 Minuten Fahrt gab es auch schon den ersten von drei Stops. Da wir schon an einigen Skulpturen vorbeigefahren waren, wurde uns klar, dass dieser Park doch recht uebersichtlich ist, und wir verzichteten auf weitere Fahrten. Die Fuehrerin klebte aber wie eine Klette an uns und versuchte uns dauernd zu teuren Zusatzattraktionen (Rutsche etc.) zu ueberreden. Irgendwann sind wir sie dann losgeworden, ohne ihr fuer ihre “Dienste” noch Geld zu geben. WIr hatten sie nie haben wollen, und ihre Ratschlaege zielten nur darauf ab, uns zum Geldausgeben animieren zu wollen. Von ihrer Sorte (lizensierte Fuehrerin mit Ausweis) hatte es am Eingangsbereich viele gegeben. Ich kam mir vor wie ein Tourist, der kraeftig gemolken werden soll… aber genug davon!
Auf Sun Island sind keine Eis- sondern Schneeskulpturen zu sehen. Diese sind aus Kunstschnee, denn natuerlichen schnee kann man nicht fest genug pappen.
Wir kamen dann zu einer grossen Eisbuehne, wo einige Tage zuvor eine grosse Massenhochzeit stattgefunden hatte. Dort gab es ein Cafe wo wir uns erst mal einen Kaffee goennten. Kaum sassen wir, kamen Disney-Figuren auf den Platz, und wir eilten hinzu. Helena fand sie gaaaaanz toll.
Einige der Aktuere schienen ganz schoen zu frieren – trotz Sonne war es ziemlich tief unter Null Grad. Dann war es auch schon gegen 12 Uhr, und Helena wollte ihr Mittagsschlaefchen halten.
Aus Lautsprechern droehnte uebrigens die ganze Zeit Musik auf den platz und auch in das Cafe. Das war nicht so schlimm wie es sich anhoert, denn jemand hatte wohl gerade seine Nightwish Sammlung eingelegt, und wir hoerten ein halbes Album Oceanborn. Helena konnte dabei jedenfalls gut einschlafen. Spaeter wechselte die Musik auf harmlosen Pop, aber die Inkongruenz im tiefsten China ein Kitsch-Metal Album zu hoeren war schon beachtlich.
Nach dem Pitstop troedelten wir gemuetlich durch den Rest des Parks. Wir konnten dabei ein paar schoene Photos von Helena schiessen:
Am spaeten Nachmittag gingen wir dann zum grossen Eispark, der praktisch 1 km gegenueber war. Hierher kamen die ganzen beeindruckenden Bilder, die wir im Netz gesheen hatten.
Wie ihr seht, konnte sich dort Helena sogar auf ein Yak setzen. Leider gab just in dem Moment die Kamerabatterie den Geist auf – warscheinlich die Kaelte! Nach diesem auferegenden Tag war Helena auch todmuede, und schlief ein, noch bevor wir ein Taxi zurueck aufgetrieben hatten.
Am naechsten Tag ging am Nachmittag der Flug zurueck. Wir wollten aber noch ein wenig mehr von Harbin sehen, und fuhren mit dem Taxi zur Hauptfussgaengerzone von Harbin und von dort aus zum Fluss. Der war vollstaendig zugefroren, und am Ufer gab es polierte Schlittschubahnen und andere Attraktionen. Helena probierte (nach einiger Ueberzeugungsarbeit von uns) ihre erste Zuckerwatte – die schmeckte ihr dann ganz toll. Es gab Kutschen ueber den Fluss, aber wir hatten gehoert, dass es zu Fuss ganz schoen sein sollte. Also machten wir uns auf den Weg. Das ganze war wegen des Windes dann doch etwas eisiger als gedacht, aber wir haben es gut ueberstanden – immerhin waren wir von Yabuli abgehaertet!
Am anderen Ufer war die Sonenninsel, auf der wir schon am Vortag waren. Vielleicht waeren wir so sogar um die horrenden Eintrittsgebuehren herumgekommen? Wir liefen nch ein wenig am Ufer entlang, auf der Suche nach einem Taxi, das uns zu unserer letzten Harbinetappe bringen sollte. Es sah nicht gut aus, denn diese Seite der Insel war ein verschlafenes Wohngebiet, einzelne Villen inmitten von Baeumen. Helena machte es richtig Spass, die Gegend zu erkunden (Photo oben rechts). Aber wir hatten doch Glueck, bald fanden wir ein einsames Taxi.
Wir wollten noch zum staatlichen Tigerpark von Harbin. Etwa 10 km ausserhalb der Stadt werden dort mehrere hundert seltene Schneetiger (in Russland heissen sie Amur-Tiger) gezuechtet. Dies war der einzige Ort mit humanen Eintritsspreisen, obwohl wir gerade hier bereit gewesen waeren, mehr zu bezahlen.
Zuerst gab es eine Rundfahrt durch das offene Gelaende, wo wir die Tiger (und einige Loewen) in den relativ grossen Gehegen bewundern konnten. Helena war ganz begeistert, wurde im Auto aber schnell muede.
Dann konnte man einige kleiner Gehege durch ueberdachte Laufwege passieren und Tiger durch Machendrahtzaun betrachten. Das ganze scheint recht professionell gemacht zu sein. Uebrigens war es auch moeglich, lebendige Tiere zum Verfuettern zu kaufen, von einem Huhn (25 RMB) bis zu einer ganzen Kuh (250 US$)! Ein chineischer Tourist hat eiin Huhn gekauft, dass er dann auch selber durch eine Zaunluecke hindurch den Tigern zum Fras vorwerfen durfte. Wie man sich denken kann, war das nicht sehr aufregend – ein “Schnapp” und weg war das Huhn. Der ranghoechste Tiger hat es sich gekrallt, untereinander gab es keinen offenen Konkurrenzkampf.





Der Zoo hat ausserdem einige weisse (Albino) Tiger, sowie Liger – seltene Kreuzungen aus Tigern und Loewen, die selber steril sind.
Von denen hatte man je ein Exemplar in “Einzehaft” fuer die Besucher zur Schau gestellt. Oben mittig ist ein weiblicher, oben rechts ein maennlicher Liger. Faszinierend, aber ein groesseres Gehege waere sicherlich besser. Insgesamt muss man aber sagen, dass diese Anlgae sehr fortschrittlich ist, verglichen mit den “ueblichen” chinesischen Zoos, von denen Tierliebhaber besser Abstand halten sollten.
WIr sind am Ausgang noch durch die Souvenirabteilung hindurchgefuehrt worden, wo sich Helena den haesslichsten Stofftiger, den sie hatten, ausgesucht hat und nicht mehr loslassen wollte. Wir haben den “roten Daemon” (leider kein Photo) dann mitgenommen. Quanbo hat sich noch eine Photo-Op mit einem Tigerbaby (einige Wochen alt) gegoennt, dass gerade dabei war sein Fell zu wechseln:
Der Rest des Tages war Routine: Helena ist eingeschlafen, wir haben noch in Harbin zu Mittag gegessen und sind zum Flughafen geeilt. Wir waren spaet dran, aber der Flug hatte 4(!) Stunden Verspaetung, so dass wir nach 2 Stunden Hetze mit Mittagessen und Taxi uns dann einige Stunden langweilen konnten. In normalen Tempo geht hier wohl nichts!
Wir haben noch eine kleine Dose importierten russischen “Kaviar” gekauft, der ganz guenstig zu haben war – die Aufschrift in Kyrillisch war nicht zu entziffern. Zu Hause stellte sich mit Google+virtueller Tastatur fuer Kyrillisch dann heraus, dass es wohl Imitat ist. Das war auf den chinesischen Etiketten natuerlich nicht ersichtlich. In China ist halt alles gefaelscht





























April 17, 2010 um 7:08 pm |
Entzückende Fotos von Helena! Und ich bin sooo froh, dass hier mittlerweile Frühling ist!