Nach unserer Fahrpruefung sind wir fuer 3-4 Tage nach Harbin geflogen; ich wollte schon immer mal das beruehmte Eisfestival sehen. Wir hatten uns zwar schon ueberlegt, dass wir das vielleicht dieses Jahr noch machen, aber die konkrete Planung/Buchung des Fluges war dann doch sehr spontan.
Harbin liegt im Nordosten Chinas (in der Heilongjiang Provinz), nahe der russischen Grenze. Harbin war auch zeitweise Teil des russischen Reiches, so dass sich dort noch viel russischer Einfluss findet. In der Tat wirkt die Stadt sehr grau und trostlos, fast sowjetisch. Harbin ist fuer seine Kaelte beruechtigt; -20 bis -30 Grad Celsius sind im Winter Durchschnitt. Dafuer wird aber vernuenftig geheizt! Alle Heizkoerper sind Gebaeudeweit auf volle Staerke (auch in unserem Hotel) – die Temperatur wird mit dem Fenster reguliert.
Wir sind morgens abgeflogen (2.5 Stunden Flugzeit ab Shanghai) und waren dann mittags in der Stadt. Die Fahrt im Flughafenbus, der ins Zentrum fuhr, zeigte uns dann schon wie grau und trostlos (erwaehnte ich das schon?) Harbin ist. Helena ueberstand den Flug und die Fahrt sehr gut. Wir checkten uns in einem etwas trostlosen Business-Hotel ein, das wir vorher online gebucht hatten und assen in einer chinesischen Restaurantkette zu Mittag. Die Kette kannten wir aus Shanghai, aber in Harbin war die Auswahl magerer, die Qualitaet nur maessig und das ganze Ambiente ziemlich trostl…
Nach dem Mittagessen endlich auf etwas besichtigen: Die St. Sophia Kirche ist praktisch die einzig nennenswerte russische Kirche, die die Kulturrevolution ueberlebt hat:
Die Sonne geht in Harbin ziemlich frueh unter, und wir haben uns dann gleich auf den Weg zum Zhaolin Park gemacht, wo angeblich viele Eisskulpturen sein sollten. Dort dann gleich die erste Ueberraschung: der Park ist zu einem “Disney-Eisfestival” verreinahmt worden und kostet stolze 100 RMB/Person Eintritt – das sind schon fast westliche Preise! Billiger waere es vor 15:30 Uhr gewesen, aber wir waren erst um 16:00 Uhr da – Pech gehabt, wir sind nach kurzer Diskussion, ob wir uns erst etwas anderes anschauen wollten, hinein. Zuerst war es noch hell, aber gegen 5 ging die Sonne unter und alles wurde beleuchtet.
(Mehr Photos sind hier zu finden. Das Einfuegen von Photos auf WordPress ist eine Qual, wenn man wie wir einen Proxy verwenden muss.)
Es gab in dem Park auch Rutschen, wo Kinder und Erwachsene auf Pappstuecken die Eisgebaeude hinunterrasten, sowie eine Bahn wo man das auf Gummireifen konnte. Ich habe es mit Helena auf dem schoss einmal auf dem Hosenboden probiert (nicht so gut) und dann auf den Gummireifen. Da war sie aber schon etwas muede und durchgefroren und hat es nicht so richtig genossen. Wir haben uns in einem Kaffeehaus aufgewaermt, sind nochmal durch die beleuchteten Skulpturen geschlendert.
Es fand dort auch ein Eisskulpturenwettbewerb statt: aus Grabstein-aehnlichen Reihen von Eisquadern wurden einige zu sehr komplexen Figuren gechnitzt. Etwa die Haelfte waren noch unbehauen.
Ziemlich durchgefroren suchten wir uns dann gegen 8 Uhr ein Taxi zum Hotel. Helena war natuerlich schon bevor wir ankamen eingeschlafen.









März 3, 2010 um 9:39 pm |
Hört sich irgendwie so … trotlos an. Bis auf die Eisskulpturen. SCNR