Archiv für Juni 2008

Die Registrierung unserer WFOE

Juni 27, 2008

Bald ist es ein Jahr her, seit Frau Wang angefangen hat, fuer uns die WFOE zu registrieren. Damals hatte sie uns versprochen, dass es nur 3 bis 4 Monate dauern wuerde. Wir haben inzwischen schon Zweifel, dass es sogar ihre erste WFOE-Registrierung sein koennte, denn sie hat wirklich zu wenig Ahnung. Einmal hat sie bei mir rausgeplaudert, dass sie fuer eine Lizenz den chinesischen Namen vom Gruender der WFOE eintragen sollte, also hatte sie, statt mich nach Horsts chinesischen Namen zu fragen, einfach unseren Firmennamen Xiegaoshan genommen. Monate spaeter hatte man festgestellt, dass der Name mit dem von einer anderen Lizenz nicht uebereinstimmte, also musste sie den Namen wieder aendern lassen…

Nun naehert sich Unsere WFOE-Gruendung dem Ende. „Nur noch“ das Geld fuer die Registrierung muss auf das Firmenkonto bei der Deuschen Bank Shanghai gutgeschrieben werden und ein paar restliche Lizenzen wie „Alkoholhandel“, „Import & Export“ und „Zoll“ muessen noch beantragt werden.

Zuerst haben wir ueberlegt, ob wir das Geld kostenlos auf die Citibank Shanghai ueberweisen und es dann von dort weiterleiten wollen. Die Citibank Shanghai hat aber angeblich so etwas noch nie gemacht und hat sich mehr oder weniger geweigert, es zu machen. Die Beraterin konnte uns nicht garantieren, dass es auch wirklich klappen wird, selbst wenn wir alle erforderlichen Unterlagen einreichen. Die Alternative waere, ein Euro-Konto bei der chinesischen ICBC-Bank zu eroeffnen, nachdem ich mit Mueh und Not rausgefunden habe, dass es gehen wuerde und in welcher Filiale man es beantragen koennte. Dann teilte uns die bloed Frau Wang letzte Woche mit, dass das Geld fuer die Registrierung direkt aus dem Ausland kommen muesste! Haetten wir es frueher gewusst, haetten wir das Geld natuerlich im April schon ueberweisen koennen, als wir in Deutschland waren!

Nun haben wir Frank darum gebeten, zur Citibank zu gehen und den von Horst unterschriebenen Ueberweisungsauftrag abzugeben. Es kam natuerlich so, dass wir ein paar Tage spaeter online bei der Kontoinformation gesehen haben, dass der Auftrag wegen unzureichender Angaben storniert wurde! Ich habe sofort an die Citibank geschrieben,meine Beraterin hat sich auch sofort darum gekummert, die Ueberweisung nochmals in Auftrag zu geben, denn die Angaben waren ihrer Meinung nach vollstaendig. Dann wurde das Geld tatsaechlich abgebucht und die Gebuehren waren gar nicht so hoch, wie wir befuerchtet hatten. Noch ein Tag spaeter ist das Geld sogar schon bei der Deutschen Bank Shanghai eingetroffen.

Eigentlich ein Grund, um sich zu freuen, aber die schlechte Nachricht war, dass mein Name aus Versehen oder warum auch immer als Auftraggeber eingetragen wurde! Die Deutsche Bank muesste das Geld eigentlich zurueckschicken, da der Auftraggeber und der Empfaenger die gleiche Person sein muessten. Wie konnte es nur passieren? Mein Name stand gar nicht im schriftlichen Ueberweisungsauftrag, ausserdem hat Horst unterschrieben! Selbst wenn ich die erste Kontoinhaberin sein sollte!

Ich habe den Berater von der Deutschen Bank ueberredet, eine SWIFT message von der Citibank zu akzeptieren, dass wir beide Kontoinhaber sind. Nun sollte diese unterwegs sein. Sie kam auch, aber mit der Bestaetigung, dass mein Name ebenfalls als Empfaenger eingetragen werden sollte! Es war noch “falscher” als vorher! Also habe ich mit der Citibank wieder emails ausgetauscht, angeblich sollte am 11. und am 12. Juni eine neue SWIFT message rausgegangen sein, die aber nicht angekommen sind. Der chinesische Berater hat sich geweigert, per SWIFT message oder Telephonat mit der Citibank zu kommunizieren, denn es war ja bequem, mich dauernd vorzuschicken! Ich habe am 16. stundenlang mit der Citibank telephoniert, so dass die Potsdamer Filiale der Auslandsabteilung den Auftrag erteilt hat, die richtige SWIFT message abzuschicken. Sie ist gerade bei der Deutschen Bank angekommen, somit sind wir hier wieder ein Schritt weiter! Gottseidank!

Ausstattung des Kinderzimmers

Juni 27, 2008

Es ist jetzt hoechste Zeit, unser Kinderzimmer einzurichten. Wir hatten bereits einen Kleiderschrank, ein Bett und eine Lampe ausgesucht, es fehlten Tapete und Teppich. Wir haben uns fuer ein Muster mit tuerkisfarbenen Blattern und silbernen Blueten entschieden, nicht sehr ueberladen, da die Hintergrundfarbe weiss war. Es ist sowohl fuer Maedchen als auch fuer Jungen gut geeignet, bis die Kinder sie bemalen werden, ist sowieso ein Tapetenwechsel noetig:-) Wir haben anschliessend noch einen Teppich in der passenden Farbe ausgesucht. Sobald das Kinderzimmer fertig ist, laden wir die Photos hoch.

Neue Terassenlampen

Juni 27, 2008

Letztes Jahr hatte uns unsere Renovierungsfirma zwei Terassenlampen angeschwatzt, die gar keine waren, so dass sie nach ein paar Tagen Regenwetter Wasser bekamen und nicht mehr funktionierten. Bevor die Grillsaison ernsthaft beginnt, ist es Zeit, die Lampen zu ersetzen.

In einem Laden haben wir Lampen aus sogenanntem Wolkenstein aus Spanien entdeckt. Der Stein hat milchige Muster, manche wie Aester, manche wie Wolken, die ab und zu von ein paar schwarzen Linien durchbrochen werden. Die Besitzerin meinte, sie koenne wasserdichte Lampen daraus anfertigen. Wir haben uns fuer eine mit einer gekruemmten Oberflaeche fuer die kleine Terasse entschieden, auf der wir Brombeeren und Himbeeren gepflanzt haben. Fuer die andere Terasse wollten wir eine groessere Lampe haben, um z.B. abends in der Haengematte oder in einem schicken Haengekorb noch was lesen zu koennen. So entdeckten wir im Laden an der Wand ein Ausstellungsstueck: einen Stein mit einer natuerlichen Oberflaeche direkt aus einem Felsen gehauen, etwa 75 cm x 45 cm. Er sah super aus, wie ein Kunstwerk. Die Besitzerin meinte, dass solche Lampen meistens von Designern gekauft werden und dass die “normalen” Chinesen nicht so sehr darauf stehen wuerden.

Ein paar Tage spaeter wurde ein junger Mann zu uns nach Hause geschickt, um die Lampen zu installieren. In der grossen Lampe sollten drei Energiesparlampen rein, denn der Stein ist aehnlich empfindlich wie Jade gegenueber grosse Hitze. Als er die schwere Steinplatte anhob, hat er eine Gluehbirne kaputt gemacht. Er hatte absolut keine Lust, eine neue Gluehbirne zu kaufen, und behauptete, zwei wuerden auch reichlich Licht geben. Ich habe ihn so lange getreten, dass er dann doch eine in der Nachbarschaft zum ueberteuerten Preis von 40 Yuan gekauft hat. Um die Lampen wasserdicht zu machen, musste man die Schlitzen an der Wand mit Silikon abdichten. Aber anscheinend hat der Typ noch nie zuvor damit gearbeitet, denn er hat es ueberall verteilt, auf der Leiter, an seinen Socken und Armen etc., einfach ueberall. Als er endlich mit seiner Arbeit fertig war, habe ich ihm noch ein Eis angeboten. Aber der Idiot wollte die 40 Yuan erstattet bekommen. Ich habe mich zuerst geweigert, aber er wollte nicht gehen! Da Horst noch in der Uni war, habe ich ihm schlussendlich das Geld gegeben. Hier koennt ihr die Lampen bewundern:

Sherry vom Vizcaya-Club

Juni 27, 2008

Vor ein paar Wochen haben wir eine Chinesin namens Sherry auf einer NextStep-Party kennengelernt. Sie ist single, hatte in der Schweiz und in Deutschland insgesamt 5
Jahre verbracht, aber sie spricht so gut wie kein Deutsch. Sie war mit
ihrem deutschen Chef zusammen (damals verheiratet, aber im
Scheidungsprozess) mit einem unehelichen Kind, dessen Mutter eine
minderjaehrige Chinesin war. Sherry arbeitet im Vizcaya-Club, der ueber 300 Mitglieder (ueber 80% von ihnen sind Auslaender) aus einer reichen Villengegend hat. Sie hat uns den Club gezeigt und uns mit dem Manager bekannt gemacht, da wir ueberlegt haben, spaeter einige Cocktailevents zu veranstalten. Der Club war sehr luxurioes mit mit allem, was dazu gehoerte, wie Spa, Swimmingpool, Tennisplaetzen etc. ausgestattet. Unter einem Sonnenschirm am Pool, wenn man nur laute Palmen sieht, merkt man nichts vom Strassenlaerm und den vielen Menschen auf den Strassen. Die Oase aehnliche Umgebung haette durchaus sonst wo auf der Welt sein koennen!

Da Sherry frueher in einem Golf-Club gearbeitet hat und viele nuetzliche Kontaktdaten fuer uns hat, haben sie an einem Wochenende zu uns eingeladen. Es gab Brownies zum Kaffee und Lammbraten nach einem italienischen Rezept und selbst gemachtes Eis zum Nachtisch. Es hat ihr alles sehr gut geschmeckt und sie hat uns am darauf folgenden Wochenende zu sich eingeladen. Ein paar Tage vorher habe ich einen verzweifelten Anruf von ihr bekommen, dass sie nicht wuesste, was sie fuer uns kochen solle. Ich habe sie beruhigt und ihr gesagt, dass sie sich nicht so viel Muehe machen solle und dass wir Artischocken, die sie nicht kannte, als Vorspeise mitbringen wuerden.

Am Sonntagnachmittag haben wir ein Taxi zu Sherrys Wohnung genommen, Sie lag ein wenig ausserhalb und war kleiner als unsere Wohnung, aber fuer einen 1-Person-Haushalt vollkommen ausreichend. Ihre Wohnung war nicht so individuell wie unsere eingerichtet, vom Stil her ein wenig durcheinander mit hoelzernen Moebeln, Tierfell und einer Kuckuckuhr an der Wand. Sie hat uns gestanden, dass sie ihre Schwester gefragt hat, ob sie Lust haette, sie am selben Wochenende zu besuchen. Ihre Schwester hat sich gewundert, wieso sie auf einmal so nett war. Als sie den wahren Grund erfuhr, dass sie fuer uns kochen sollte, hat sie die Einladung dankend abgelehnt. Dann blieb Sherry wohl nichts anderes uebrig, als ihre Mutter zu fragen…

Sherry hat uns Vanillekuchen und Kaffee Latte angeboten, die kaum (Filter)Kaffee enthielt. Gegen Abend hat sie einen chinesischen Cocktail gemixt, der interessant geschmeckt hat. Wir haben ihr drei grosse Artischocken mitgebracht und eine als Vorspeise geteilt, um ihr zu zeigen, wie man sie isst. Zum Abendessen hat sie Pitta-Teigtaschen mit Thunfisch und Salatblaettern gefuellt, einen gruenen Salat und Steaks (oder Kassler?) mit Mozzarella, Tomaten und Gurken(!) ueberbacken serviert. Na ja. Ihre Kochkuenste waren nicht so doll, aber sie hat sich unheimlich viel Muehe gegeben.

Besuch aus Marokko

Juni 21, 2008

Am 3. Mai haben wir Horsts Mutter vom Pudonger Flughafen abgeholt. Es war ihr erster Chinabesuch. Nun wollte sie auch hautnah erleben, wie wir uns hier eingelebt haben. Wegen der zurueckgelassenen Huendin Olivia und der vielen Renovierungsarbeiten in ihrem Haus, die sie sich fuer dieses Jahr vorgenommen hat, hat sie nur eine 8-taegige Reise gebucht. Wir haben einige Ubersetzungsauftraege gestrichen bzw. nach hinten verschoben, um ihr trotz allem so viel von Shanghai zu zeigen, wie wir nur konnten.

Wir waren im Yu-Garten,

in der Fussgaengerzone,

am Bund einkaufen / troedeln, haben eine Ferragamo-Ausstellung, zwei Blumenausstellungen

und das Shanghai Museum (an einem regnerischen Tag) besucht, natuerlich durfte das Peking-Ente-Restaurant nicht fehlen.

An einem sonnigen Tag bin ich mit ihr nach Zhouzhuang gefahren, auch eine kleine Wasserstadt in der Naehe von Shanghai, als Horst wieder mal Vorlesung an der Uni halten musste.


An zwei ruhigeren Nachmittagen haben wir uns auf der Terasse gesonnt und unseren neuen Grill eingeweiht. Es war herrlich! Zuletzt habe ich Horsts Mutter noch die Yishan-Strasse gezeigt, in der wir waehrend der Renovierung viel Material wie Mosaik und Einrichtungen wie Lampen, Herd etc. gekauft hatten. Sie war ebenfalls begeistert. Insgesamt war es ein sehr netter Besuch, aber viel zu kurz. Dafuer wird sie uns zu Weihnachten noch einmal besuchen, samt Horsts Schwester plus Freund.

Dolmetscherauftrag in Changzhou

Juni 21, 2008

Sobald wir aus Deutschland nach Shanghai zurueckgeflogen waren, hoerte mein Handy nicht mehr auf zu klingeln: knapp 20 schriftliche Uebersetzungen und 3 Sprachkursauftraege. Am 22. April bekam ich einen Anruf, ob ich am selben Tag nach Changzhou fahren koenne, um fuer eine eingebuergerte Chinesin zu dolmetschen, die mit ihrem deutschen Ehemann reden wolle. Das Angebot war recht verlockend: 800 Yuan fuer maximal 1,5 Stunden, Fahrkosten wuerden erstattet. Erst nachdem ich das Angebot angenommen habe, hat mir die Frau vom Uebersetzungsbuero gestanden, dass die Kundin insgesamt 1500 Yuan bezahlt habe und sie davon 700 kassieren wolle, ohne dass ihr Uebersetzungsbuero was davon erfahre, denn ich solle ihr das Geld auf ihr privates Bankkonto ueberweisen! Was fuer eine Frechheit! Ich habe die Kundin angerufen und mich kurz vorgestellt. Sie wirkte ein wenig verunsichert und rueckte raus, dass sie am Abend einen Psychiater hinzuziehen wuerde und dass ich alles sachlich dolmetschen solle. Na, viel Spass!

Gegen 16 Uhr bin ich zum Bahnhof gefahren und habe den Zug gerade noch so erwischt. 90 Minuten spaeter bin ich in Changzhou angekommen und mit einem Taxi zu dem Teehaus gefahren, in dem die Frau, ihr Mann und der Psychiater bereits warteten.

Ich schaetzte die Frau auf Mitte 30, den Deutschen um die 40. Alle drei wirkten ein wenig nervoes und waren froh, mich zu sehen. Der Psychiater schlug sein schlaues Heftchen auf und fing an, die Persoenlicheiten der Eheleute zu analysieren. Die Frau konnte sehr wenig Deutsch und hat mit zusammengezogenen Augenbrauen dem Psychater genau zugehoert. Der Deutsche gab nur ein Nicken oder ein “Mmm” als Zustimmung von sich. Der Psychiater setzte mit seiner Schlauheit fort, dass das Leben regelmaessig sei und dass der Deutsche im Juli und Dezember vermeiden solle, Auto zu fahren und dass es seiner Firma im naechsten Jahr besser gehen wuerde etc. Erst zum Schluss erfuhr ich, dass der Psychiater das alles aus dem Geburtsdatum des Mannes rausgelesen hat. Kein Wunder, dass so ein Unfug zustande kam!

Aus der Analyse des Psychiaters und den Antworten der Eheleute konnte ich also folgendes zusammenfassen: Der Deutsche war vor ein paar Jahren nach China gekommen, um eine Flaggen-produzierende Firma zu gruenden, da die Arbeitskraft hier viel billiger als in Deutschland war. Seine aus China stammende Frau hatte ihn dabei sehr viel unterstuetzt. Der Firma ging es gut, nur dass die beiden nicht loslassen konnten und keinem Mitarbeiter trauten, so dass sie sehr hart arbeiteten und wohl vernachlaessigt hatten, miteinander zu reden. Somit wuchs die Spannung zwischen den beiden etc.

Die ganze Unterhaltung war gegen 21:20 Uhr vorbei und hat natuerlich laenger als 1,5 Stunden gedauert. Die beiden habe mich zum Bahnhof gefahren und waren sehr dankbar, dass ich alles toll uebersetzt habe. Ich habe insgesamt 1600 Yuan bekommen. Die Kundin hatte nichts dagegen, dass die Frau von der Uebersetzungsfirma davon nichts bekommen sollte. Na super! Als ich am Bahnhof eine Rueckfahrkarte kaufen wollte, stellte ich fest, dass ein geplanter Zug um 22:30 wegen einer Baustelle auf der Strecke ersatzlos gestrichen wurde und der naechste Zug nach Shanghai erst gegen 2 Uhr morgens fahren sollte! So lange wollte ich nicht mehr in Changzhou bleiben! Aber es war Glueck im Unglueck: Eine Frau fragte gerade im Bahnhof nach, ob noch jemand in ihren Bus nach Shanghai einsteigen wolle, denn  er solle gleich abfahren. Ich gab also dafuer 60 Yuan aus und stieg in den Bus ein. Was ich aber nicht wusste, war, dass der idiotische Busfahrer ueber Landstrassen nach Shanghai fahren wollte, um Autobahngebuehren zu sparen! So war ich erst gegen 2 Uhr zu Hause und war froh, dass der merkwuerdige Auftrag zu Ende war!

Quanbo berichtet

Juni 21, 2008

Es ist schon wieder 2 Monate her, dass wir es geschafft haben, unsere Blogseite zu aktualisieren :-( Berge von Uebersetzungsauftraegen, die Gruendung unserer WFOE, Vorbereitungen fuer unsere Sommer Cocktail-Workshops und die Einrichtung des Kinderzimmers etc. nehmen sehr viel Zeit in Anspruch. Nun tun wir unser Bestes, um von den letzten paar Wochen zu berichten.