Liebe Freunde,
wir haben gerade mit Entsetzen festgestellt, dass wir seit fast 6 Wochen nichts von uns haben hoeren lassen. Sorry! Es war auch die Hoelle los hier. Also berichten wir, was wir in der letzten Zeit so erlebt haben.
Argos ist jetzt viel groesser geworden, als er auf den Photos vom letzten Blogeintrag zu sehen war. Er hat inzwischen viele Spielzeuge bekommen, aber den bunten Stoffball, den er als erstes bekommen hat, liebt er am meisten. Wenn man ihn in der Wohnung wirft, kann er stundenlang hinterher rennen, den Ball wiederbringen und wieder losrennen. Tja, er ist halt ein Jagthund! Ansonsten kaut er gerne Quanbos Hausschuhe und Sandalen. Er passt gerade noch so in den Hundekorb, bald muessen wir wohl einen groesseren fuer ihn besorgen.

Argos wird allmaehlich stubenrein. Wir versuchen, nicht lange wegzubleiben. Falls wir einen ganzen Tag nicht zu Hause sind, duerfen Quanbos Eltern sich um ihn kuemmern. Das machen sie gerne, sie kaufen extra Hundeknochen fuer ihn und verwoehnen ihn total. Danach kriegt er immer einen Kugelbauch. Er benimmt sich aber anstaendig. Hier gibt es keine Hundeschule, ich hoffe, wir schaffen es dennoch, ihn zu erziehen. In Shanghai muss man einen Hundehalterschein beantragen, welcher 1000 Yuan (ca. 100 Euro) pro Jahr kostet. Falls man ohne den Schein mit dem Hund erwischt wird, nimmt der Polizist den Hund einfach mit, der Hund ist damit fuer immer weg! Naechste Woche werden wir Argos impfen gehen und dann den Schein beantragen.
Am 19. September sind Nora und Gunnar aus Korea gekommen, um uns zu besuchen. Es gab den befuerchteten Taifun, aber er war nicht so schlimm, wie die Presse erwartet hatte. Es war ein bisschen windig und es hat geregnet, so viel haben wir von dem Taifun mitbekommen. Gunnar musste am ersten Tag um 15 Uhr einen Vortrag halten, also ist er gleich nach der kurzen Fahrt mit der Magnetschwebebahn dorthin gefahren, waehrend Nora mit Quanbo zu uns nach Hause kam. Es gab erstmal Mittagessen, dann Cappuccino, dann haben wir gepaudert. Gegen Abend sind wir zu einer Bar in die Stadt gefahren, haben dort happy hour Cocktails genossen und auf Gunnar gewartet. Es gab natuerlich viel zu berichten. Wir haben zu Hause noch einen Whisky getrunken, waehrend die beiden uns Mitbringsel (Kraeuter, Messbecher, Vanillezucker etc., was man hier gar nicht bekommt) gegeben haben.

Am 20. war Quanbo mit den beiden im Yu-Garten, es gab reichlich zu sehen und einzukaufen, dass sie nichts anderes an dem Tag geschafft haben. Nach einme leckeren chinesischen Essen im Retsuarant sind wir zu einme Massagesalon gegangen, wo wir VIP-Kunden sind und nur 70% des regulaeren Preises bezahlen mussten. Es war eine Ganzkoerpermassage mit Oel und tat sehr gut. Wir waren erst um Mitternacht zu Hause.
Am Vormittag vom 21. war Quanbo mit den beiden im Longhua-Tempel. Gegen 11 Uhr haben sie sogar eine Zeremonie miterleben koennen. Am Nachmiitag und am 22. waren wir alle in Hangzhou, wo wir einerseits den beiden was von der Stadt zeigen wollten und andererseits vor dem Mondfest (am 25. September) probierten, bei Liquormart, wo wir unsere Likoere auf Kommissionsbasis ausgestellt hatten, Kunden kostenlos Proben auszuschenken. Dummerweise war das Wetter ganz schlecht, ausserdem war der Samstag ein autofreier Tag, aslo waren leider nicht so vile Kunden da, wie wir erwartet haben. Die Transportfirma hat ausserdem nicht geschafft, puenktlich Likoere nachzuliefern. Na ja. Dennoch wurde was verkauft. Die Filialen bekriegten sich untereinander, unsere Likoere unterde Nagel zu reissen. Ein gutes Zeichen!
Wir haben aber noch Zeit gefunden, in Hangzhou ein wenig ueber die Huegel zu klettern, wo wir einen Taoistischen Tempel besuchtenn. Es nieselte, aber die Natur war bei dem Wetter vielleicht sogar am schoensten – hier ein paar Photos:


Am 23. sind Nora und Gunnar schon wieder abgefolgen. Die Zeit war viel zu kurz, so dass man alles sehen konnte und ueber vieles reden konnte, aber dennoch war es sehr schoen, sie mal bei uns zu haben. Das Gaestezimmer wurde somit eingeweiht. Wir warten gespannt auf die naechsten Besucher. Rolf, lass’ mal wieder was von dir hoeren!
Ueber dieselbe Uebersetzungsfirma, die Quanbo damals zu der Sial-Messe geschickt hatte, hat sie wieder einen Auftrag bekommen, zwar fuer ein Trainning zu dolmetschen. Siehe http://www.syep.net. Am 23. September sollte sie den Deutschen begleiten und einen Ausflug nach Suzhou machen. Das Wetter war miserabel, ein Ingenieur der Firma hat sie dahin gefahren. Es gab einen Riesenstau, so dass sie insgesamt 2,5 Stunden gebraucht haben, obwohl die Strecke nur ca. 100 km war. Der Fahrer war unfaehig, die Sehenswuerdigkeiten zu finden, also haben sie eine Rikscha genommen und dann eine Bootsfahrt gemacht, wo der Fahrer noch Lieder gesungen hat. Dann haben sie einen grossen Garten besichtigt. Da keiner so richig Lust hatte, wollten sie sich auf den Weg machen. Der Fahrer hat vergessen, auf welchem Parkplatz er den Wagen abgestellt hat! Sehr peinlich! Auf dem Rueckweg gab es wieder Stau, diesmal hat es 3 Stunden gekostet. Der Deutsche hatte keine Lust mehr und wollte nichts zu Abend essen, da er sich noch vorbereiten wollte. Ach ja, er war 2,08 m gross!
Am Montag hat Quanbo ihn vom Hotel abgeholt und ist mit dem Taxi weiter zur Firma gefahren. Mitten im Tunnel brach das Taxi zusammen, der Fahrer hat mir gestanden, dass sein Auto nicht in Ordnung sei und die Klimaanlage dazu gefuehrt habe, dass es zusammenbrach. Wie schoen, dann musste man fuer die Fahrt naemlich nichts bezahlen. Im Tunnel war es schwierig, ein freies Taxi anzuhalten, aber Quanbo hat es trotzdem noch geschafft. Gegen 9:20 Uhr ging das Trainning los. Quanbo hat sich die Unterlagen schon vorher angeschaut, also war es ok, fast simultan zu dolmetschen. Die Mitarbeiter waren schlecht ausgebildet und wussten z.B. nicht, dass v fuer die Geschwindigkeit steht. Der Deutsche war entsetzt. Nach einer 2stuendiger Mittagspause ging es weiter bis 17 Uhr. Danach war Abendessen angesagt.
Dienstag war aehnlich, es kamen noch drei Leute hinzu, die zu einer Firma gehoerten, die Produkte von epro kauften. Aber nach dem Vormittagsprogramm sind sie gleich abgehauen. Das Training ging bis 15 Uhr, dann haben einige Mitarbeiter noch Fragen gestellt. Der Deutsche war erstaunt, dass sie immer noch mit einer uralten Version des Software arbeiteten, obwohl er jedes Hagr eine aktuelle Version nach Peking schickte. Zum Schluss haben sie sich noch mit dem chinesischen Chef unterhalten. Es ist moeglich, dass Quanbo spaeter als Nebenjob fuer die Kommunikation zwischen der Hauptfirma in Deutschland und der Firma in Shanghai sorgen soll. Mal sehen, wie die Bezahlung ist. Es war Mondfest, keiner hatte Zeit, den Deutschen zu begleiten, da man wegen des Familienfestes zu Hause essen sollte. Quanbo hat Horst angerufen, dass er mit zu einer Bar namens Blue Frog kommen sollte, um den Deutschen ein wenig zu unterhalten. Nach einem ewigen Stau sind wir endlich in der Bar angekommen. Es gab happy hour, wo man fuer einen Preis zwei Cocktails trinken konnte. Der Deutsche hat sich die ganze Zeit mit mir unterhalten, sogar die Telephonkonferenz um 20 Uhr war ihm egal. So sind wir bis 21 Uhr sitzengeblieben und waren erst spaet bei Quanbos Eltern, wo wir gemeinsam Haeagen-Dazs Mondkuchen gegessen haben.
Am Mittwoch wollte der Deutsche shoppen gehen. Er suchte gefaelschte Uhren von A. Lange und Soehne, solche gab es in der Freihandelszone. Der Fahrer hat zwei Sunden gebraucht, um sie zu finden. Den kann man echt erschiessen! Schliessendlich haben sie die Uhren gefunden und zwei Stueck fuer 2000 Yuan gekauft. Auf dem Weg in die Stadt hat der Deutsche die Uhr angemacht und festgestellt, dass ein Zeiger fuer den Wochentag fehlte. Im Laden gab es ihn noch! Also zurueck, Umtausch und wieder in die Stadt. Diemal hat er einen Wasserfleck entdeckt. Aber da er noch was von der Stadt sehen wollte, sind sie nach einem Mittagessen in den Yu-Garten gefahren. Er hat dort eine Stempel fuer seinen Sohn machen lassen und viele Photos gemacht. Dann haben sie am Fluss noch ein paar Photos gemacht. Der Deutsche hat wieder aufs Abendessen verzichtet und wollte Koffer packen.
Am Donnerstag hat Quanbo ihn vom Hotel abgeholt und sie haben die Uhr umgetauscht. Dann sind sie mit der Magnetschwebebahn zum Flughafen gefahren. Danach ist Quanbo zur Firma gefahren, um das Geld abzurechnen. Sie hat mit der Ubersetzungsfirma abgemacht, dass sie den Ausflug 500 Yuan bekommt und fuer einen Trainningstag 600. Bei epro habe sie aber erfahren, dass sie erst den Vertrag unterschreiben musste und dann erst an ihre Daten ran konnte. Die Uebersetzungsfirma hat naemlich behauptet, Quanbo sei ganz toll und fast eine halbe Deutsche und habe physik studiert blabla. So hat sie 1000 bzw. 1400 Yuan pro Tag kassiert. Quanbo und Epro waren nicht begeistert, dass die Firma so viel zurueckbehalten hat, also haben sie unereinander abgemacht, 1000 Yuan pro Tag und 125 fuer jede Ueberstunde. So hat Quanbo 6000 Yuan bar auf die Hand bekommen. Von der Uebersetzungsfirma kriegt sie noch 1700 Yuan. Insgesamt war es sehr nett und hat Spass gemacht. Ach ja, am Mittwoch rief die Uebersetzungsfirma Quanbo an und wollte wissen, ob das Trainning weiterginge. Sie sagte nein, Gottseidank hat die Firma das gleiche behauptet! Denn es sei nicht erlaubt, dass sie die Leute direkt kontaktiere. Na ja.
Wegen des chinesischen Nationalfeiertags hat Horst eine Vorlesung am Wochenende halten muessen, um dann eine Woche Ferien zu bekommen. Da er ziemlich urlaubsreif war, haben wir uns spontan beschlossen, Urlaub zu machen – Richtung Suzhou, auch um uns den dortigen Alkoholmarkt anzuschauen. Nach einer hlaben Stunde Zugfahrt sind wir im Sofitel angekommen. Da wir online gebucht haben, brauchten wir nur 688 Yuan pro Nacht statt 2300 Yuan zu bezahlen. Das Hotel ist naemlich das einzige mit einem Pool unter freiem Himmel. In der Bar gab es abends happy hour, d.h. man bekam zwei Cocktails fuer einen Preis – ca. 5 Euro, im Restaurant konnte man fuer 17 Euro, bzw. die Haelfte, wenn man zu den ersten 10 Gaesten gehoerte, so viel Taschenkrebse (Oktober ist die beste Krebszeit), Meeresfruechte und gegrilltes Fleisch essen, wie man nur konnte. Wir waeren gerne laenger geblieben, aber die Uni ruft!