Archiv für Juli 2007

Bericht von Guilin – Mittwoch (25. Juli)

Juli 31, 2007

Quanbo und ich sitzen gerade im Flugzeug von Guilin nach Shanghai. Es ist Sonntag, und einige sehr ereignisreiche Tage sind vorbei. Es gibt so viel zu erzahlen, ich werde sicherlich nicht heute fertig werden, will aber zumindest anfangen, bevor die Erinnerungen verschwimmen und ineinander fliessen.

Wir sind um drei Uhr frueh (weniger als 3 Stunden Schlaf) aufgestanden, um die restlichen Sachen zu packen. Um halb sieben sollten wir am Flughafen sein, und der Weg dorthin mit Bus, U-Bahn und Taxi ist weit. Natuerlich haben wir es nicht wie geplant geschafft, um fuenf die Wohnung zu verlassen, sondern erst eine halbe Stunde spaeter. Da haben wir einfach direkt ein Taxi genommen, nateurlich etwas teurer als mit Oeffis, aber immerhin nur 8,50 Euro und soviel bequemer.

Der Inlandsflug ging ab dem alten Hongqiao Flughafen, der mich vom Aufbau und Stil unwillkuerlich an Berlin-Schoenefeld erinnerte. Es war schon einiges los, aber wir konnten ohne grosse Probleme einchecken und die Sicherheitskontrollen passieren. Kurioses Verbotsschild: “Keine Getraenke, Scheren oder Krebse (?!) im Handgepaeck mitfuehren.”

Der Flug mit Shanghai Airlines war ereignislos, aber vom Stress der letzten Tage und dem mangelnden Schlaf waren wir ziemlich fertig. Leider kann man auch in in China in der Holzklasse nicht richtig schlafen.
Gegen 11 landeten wir in Guilin. Der Mitarbeiter der betruegrischen Firma hatte Hotelzimmer fuer uns reserviert und wollte sich dort mit uns treffen. Wir nahmen ein Taxi, erfuhren von der Fahrerin aber bald, dass der Mitarbeiter uns wohl ebenfalls zumindest mit dem genannten Preis fuer ein drei-Sterne Hotel ueber den Tisch ziehen wollte. Wir folgten stattdessen ihrem Ratschlag und liessen uns in ein schoenes Vier-Sterne Hotel fahren. Nach kurzem Handeln ergatterten wir ein Doppelzimmer fuer 50 Euro/Nacht (etwa die Haelfte des nominellen Preises, oder wie die Chinesen sagen: “fuenf Mal gefaltet”) mit Terassentuer zum Innenhof mit Schwimmbecken. Wir beschlossen, keinen Kontakt mehr zu dem Mitarbeiter der betruegerischen Firma aufzunehmen. Was da gespielt wurde, wollten wir nicht mehr wissen. Inzwischen hatte man uns naemlich auch gewarnt, dass es in Guilin von Betruegern, die man als Zufallsbekanntschaften kennelernt, nur so wimmelt.

Schon vom Flugzeug aus staunten wir, wie gruen die Landschaft um Guilin ist. Einerseits ist die Landschaft von vielen kleinen Bergen beherrscht, andererseits sind sie fast ausnahmslos voellig von Baeumen bewachsen. Das Wetter ist warm, aber weniger schwuel und angenehmer als in Shanghai. Nachdem wir unser Hotelzimmer hatten, waren wir erschoepft und hungrig, und baten unsere Taxifaherrein, uns zu einem Restaurant zu fahren. Sie schlug etwas “laendliches” vor, und wir akzeptierten sofort.

Im Restaurant waren nur Chinesen, wohl groesstenteils Touristen. Aber die Karte hatte englische Untertitel, und wir fingen an, mit grossem Interesse zu lesen, was denn die regionale Kueche so hergibt. Die “Gedaempfte Bambus Ratte” wollten wir jedenfalls nicht, ebensowenig wie die Schlangen: Cobra oder Pit Viper fuer ca. 20 Euro/Pfund – stehen die eigentlich unter Naturschutz? Auch Molch/Lurch (was war engl. “Loach” noch mal?) schien irgendwie suspekt, und die Seite mit den ganzen Innereien habe ich nur uebersprungen und gar nicht die konkreten Angebote gelesen. Wir entschieden uns fuer Schweinerippchen, Wildschwein und Fasan, in der Hoffnung, das wuerde gut und unproblematisch werden.

Leider nicht ganz! Gleich nachdem wir bestellten, bat man uns, aufzustehen und mitzukommen. Wir wurden in einen Nebenraum gefuehrt und man bat uns, doch bitte den gewuenschten Fasan auszusuchen. Neben Holzgitterkaesten mit Huehnern und Gefluegel gab es Kaninchen, Schlangen und Lurche/Molche und andere Tiere zur Auswahl. Nachdem wir uns mit unserem Essen bekannt gemacht haben, warteten wir auf selbiges. Das Wildschweingericht bestellten wir wieder ab, denn so ein ganzer Fasan ist schon reichlich!

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Nach dem Mittagessen sollten wir dann etwas besichtigen, meinte die Taxifahrerein. Sie hatte uns ueberredet, sie fuer 50 Yuan (5 Euro) den Rest des Tages lang unsere Fahrerin sein zu lassen. Da die Fahrt vom Flughafen schon 85 Yuan gekostet hatte, fragten wir, wie sich das fuer sie rechnen wuerde. Antwort: bei jeder Touri-Attraktion bekommt sie je Fahrgast, den sie dorthin (aus-)liefert, 10 Yuan und 1 liter Benzin Provision. Warum auch nicht!

Innerhalb von Guilin, nicht weit von unserem Hotel, gibt es eine “Verbotene Stadt”, in der vor 500-800 Jahren die Provinzregierung und -verwaltung untergebracht war. Inmitten dieses parkaehnlichen Bereichs steht auch einer der zahlreichen Berge, die sich in dieser Gegend gebildet hatten, als noch alles Meer war. Dieser Berg war nur dem Kaiser/Koenig (die Gegend hier war nicht immer fest an Peking gebunden) vorbehalten, und auch ein beruehmter Reisender durfte trotz mehrmaligen Bittens ihn nicht erklimmen. Heute kostet es (immerhin) zehn Euro Eintritt, und die ungewaschenen Massen duerfen den Berg nach Belieben besteigen. Wir ebenfalls, und ich fand, es war schon ein bitter-suesses Gefuehl.

Hier ist ein Bild vom Park mit einem der Baeume, nach denen Guilin (Gui-Wald) benannt ist:

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Im Park ragt der Berg hervor, und auf einer Steintafel an seinem Fuss ist davon die Rede, die Landschaft von Guilin sei die „Nr. 1 unter dem Himmel“, ein ganz beruehmter Ausspruch in China.

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Unter dem Berg gab es eine Grotte, die zu einer wassergefuellten Hoehle hinabfuehrt, und einen Hoehlenbereich der 500 Jahre alte Steinritzereien von 60 „heiligen Kriegern“ enthaelt. Diese Kriegerbilder soll man je nach Geburtsjahr anbeten.

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Dann sind wir auf den Berg geklettert:

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Die Aussicht von oben war natuerlich wunderschoen, Guilin direkt vor den Bergen:

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Auf dem vorletzten Photo sieht man den Li-Fluss, der durch Guilin fliesst.

Nachdem wir den Park besichtigt hatten (es war gegen 15.00 Uhr), waren wir schon ziemlich muede, wollten also zu einer Sehenswuerdigkeit, die wenig Aktivitaet verlangt. Wir haben uns auf einem Bambusfloss mit Stuehlen und Dach einen Teil des Li-Flusses hinaufstaken lassen. War sehr entspannend, und dauerte eine Stunde.

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Unterwegs wurde noch an einer kleinen Insel gehalten, wo man Grillfisch verkaufte – essen auf Bambusstuehlen mit den Fuessen im Wasser. Eigentlich sehr reizvoll, aber wir waren noch satt vom Mittagessen.

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Vom Fluss aus sah die Landschaft noch reizvoller aus als vom Berg:

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Einige der Berge in der Landschaft haben Namen – der in der Mitte des letzten Bildes heisst „Alter Mann“, und man konnte mit etwas Phantasie tatsaechlich einen solchen erkennen.

Danach wollten wir uns Geschaeften widmen. In einer neuen Stadt muss man klein anfangen, und wir baten die Taxifahrerin, uns zu allen vorhandenen Schnaps- und Weinlaeden zu fahren. Nebenbei wollten wir auch in einem Kaufhaus Badezeugs kaufen, da unseres in Shanghai noch in den Umzugskartons vergraben war. Um es kurz zu machen: wir haben ueber ein halbes dutzend Laeden besucht, um Termine fuer Donnerstag zu vereinbaren, und erfolgsmaessig das komplette Spektrum gehabt: von kompletten Desinteresse zu engagierte Eifrigkeit. Nebenbei haben wir in einem Kaufhaus noch Bikini und Badehose aufgetrieben. Zwischendurch rief noch Quanbo’s Chef an, erzaehlte von seinen Geschaeften in Frankreich und erkundigte sich nach dem Status in Guilin – das ganze dauerte 45 Minuten.

Gegen sechs waren wir wieder im Hotel, und legten uns erst einmal in die Sonne. Am Abend waren wir noch in einem Restaurant Fisch (sehr gut!) und eine lokale Schweinefleichs-Taro Spezialitaet (viel zu fettig!) essen, um dann gegen 23.00 Uhr ins Bett zu sinken.

Auf nach Guilin!

Juli 24, 2007

Morgen fahren wir nach Guilin (http://de.wikipedia.org/wiki/Guilin). Wie es dazu kam ist eine typisch
chinesische Geschichte. Quanbo’s Chef hatte vor einiger Zeit eien Email
von einer chinesischen Firma in Guilin bekommen, die an seinen Getraenken Interesse
bekundete. Quanbo sollte den Email-Kontakt weiterfuehren. Es fing ganz
vielversprechend an, der Mitarbeiter der Firma wollte verschiedene Likoere
und Biere kennenlernen, und moeglichst Exklusivrechte am Vertrieb.

Natuerlich waren wir beide vorsichtig: ueber Geschaeftskontakte via email
haben wir schon schlimme Geschichten gehoert. Zudem war der Mitarbeiter
etwas zu sehr ueberschwenglich: er meinte, seine Firma wuerde immer in
grossen Volumina (>300 000 Euro) einkaufen und innerhalb von drei Tagen nach
Vertragsabschluss bezahlen. Das ist im allgemeinen ein schlechtes Zeichen:
man hat uns gesagt, dass chinesische Betrueger und Halsabscheider gerne
mit gigantischen Umsaetzen prahlen, die nie zu realisieren sind.

Trotzdem hat Quanbop vorsichtiges Interesse bekundet. Es hiess, wir
sollten moeglichst noch diesen Monat nach Guilin kommen. An der Uni konnte
ich es so organisieren, dass ich heute (Dienstag) eine Vorlesung halte,
die naechste dann erst am Montag, d.h. wir haben einige Tage frei. Also
hat Quanbo gestern einen Flug gebucht, und eine Spedition organisiert, um
Getraenkeproben nach Guilin zu schicken. Am Nachmittag dann Nachricht von
dem Mitarbeiter: sein Boss verweilt zujr Zeit in Singapur, es sei unklar
ob er ueberhaupt rechtzeitig nach Guilin zurueckkehren koenne.

Wir haben uns aufgeregt, es sah alles ziemlich unserioes aus, und haben
erst einmal alle Fluege storniert. Dann am Abend noch eine Nachricht: der
Chef kommt, wir sollen zwischen dem 26. und 29. Juli in Guilin seien, er
haette an diesen Tagen Zeit fuer uns. Also haben wir, nach einigem
Ueberlegen, noch einmal die Fluege gebucht. Abends waren wir dann
unterwegs um noch einige Sachen zu erledigen, da erreichte uns noch eine
SMS: Ob wir die E-Mail von dem Mitarbeiter erhalten hatten, das, was da
drinstand, haette er Quanbo schon immer mal sagen wollen. Wir hatten an
dem Tag (gestern) schon einige E-Mails von dem Mitarbeiter erhalten, dachten
uns nichts dabei.

Zu Hause dann nachgeschaut: der Mitarbeiter schrieb, er habe vor ein paar
Tagen gekuendigt, die Firma habe „rechtliche Probleme“ und er koenne es
vor seinem Gewissen nicht verantworten, uns diesen Halsbschneidern
vorzustellen. Wenn wir in Guilin Urlaub machen wollten, sei dies schoen
und gut, aber von seiner (ehemaligen?) Firma sollten wir uns besser
fernhalten. Ueberrascht hat uns das nicht wirklich, aber die Direktheit
der Mail war schon bemerkenswert. Eine fruehere Nachfrage bei der AHK
hatte nicht ergeben, dass diese Leute auf einer „Schwarzen Liste“ von
Betruegern standen.

Die Fluge liessen sich nun nicht mehr stornieren, also fliegen wir morgen
frueh um 8 Richtung Guilin. Vielleicht ergibt sich noch eine andere
Gelegenheit, um dort Geschaefte zu machen. Wenigstens haben wir aber ein
paar Tage Urlaub, bis Sonntag. Wir halten Euch auf den Laufenden!

P.S. Nebenbei wird in unserer Wohnung an der Treppe gebastelt. Es ist eine
echte Sonderanfertigung. Eine Marmorplatte vor der Terassentuer hat Quanbo
heute auch viel Kummer bereitet, weil die Arbeiter, die sie installieren
sollten, sie kaputt gemacht haben. Unsere Hausbar hat jetzt fast eine
fertige Holzbasis, naechste Woche werden wir probieren, eine Steinplatte
fuer die Oberflaeche und einen Ersatz fuer die kaputte Marmorplatte bei
einem uns bekannten Steinmetz zu besorgen.

Letzten Sonntag (vorgestern) haben wir ein Bett fuer unser Schlafzimmer
bestellt – wird in zwei Wochen geliefert. Jetzt ist es 23:30, wir muessen
buegeln, packen und morgen wohl gegen 5:00 Uhr losfahren.

Es geht voran (Part Deux)!

Juli 20, 2007

Obwohl an dem Tag, als die Tuer installiert wurde auch schon die Treppenkonstrukteure kamen, dauert es noch bis die Treppe einsatzbereit ist. Es mussten aber noch einige schwere Sachen in das Obergeschoss befoerdert werden, darunter auch ein Steintisch mit Steinschemeln fuer unsere Terasse. Dafuer musste ein Geruest aufgebaut werden (Kostenpunkt 1 Euro/Etage/Tag, also praktisch nichts) und mit einem Kettenflaschenzug die Steine hochgehievt werden:

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Ds Poto zeigt einen der Steinschemel – der schwere Tisch (Platte und Steinsockel) brachte den Kettenflaschenzug zum veklemmen und wurde Tags drauf mit einer noch schwereren Winde hochgezogen. U.a. kam auch unsere Waschmaschine nach oben. Leider keine Photos davon. Zwischenzeitlich stellte sich uebrigens heraus, dass 2 Geruestetagen nicht ausreichten, und es wurde Nachschub bestellt, der prompt mit einem Motorrad kam (30 Minuten Lieferzeit, schneller als bei uns eine Pizza):

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Die Treppenkonstukteure fingen dann an, an das Eisenrohr die Eisenstufenbasen (Bildmitte) anzuschweissen und die Holzstufen (Bildrand rechts) aufzustapeln.

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Am naechsten Tag kamen die Leute, die die Drachenknochen nun endlich installierten:

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Man sieht, echte Praezisionsarbeit. Die Treppenstufen waren dann auch schon angeschweisst, der Muell tuermte sich auf dem Balkon:

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Ach ja, zwischendurch kamen auch die Heizungsinstallateure, die im Maerz die Leitungen verlegt hatten, um nun die eigentlichen Heizkoeprer anzubringen. In Europa sind diese Bilder nichts besonderes, aber hier kommen sie einem Wunder gleich:

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Als die Arbeiter praktisch fertig mit dem Verlegen der Drachenknochen waren, kam dann voellig unerwartet frueh, am Mittwoch vor einer Woche (also am 11. Juli) der eigentliche Bambusparkettboden. Zwischen halb neun und halb zehn abends haben wir dann den Arbeitern geholfen, die 130 qm Boden und 120 m Fussleisten hochzuschleppen. Gottseidank haben wir einen Lift! Quanbo hatte die Arbeiter noch ueberredet, auf dem Weg die Glaswolle fuer uns mit abzuholen, die zwecks Isolierung zwischen die Drachenknochen gelegt werden sollte.

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Der fertige Boden mit Sockelleisten sieht dann so aus:

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Ganz aus der Naehe sieht man deutlich die Bambusstreifen:

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Auch unsere Treppe hat in der Zwischenzeit Ansaetze eines Gelaenders und einen Rostschutzanstrich bekommen:

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Nach diesem Spurt haben sich die Renovierungsarbeiten wieder beruhigt: der Boden ist fertig installert, die Treppenleute jammern aufgrund unserer hohen Ansprueche und brauchen noch laenger, und die meisten Arbeiter sind zum Drachenfest aufs Land gefahren: es wird geerntet, und praktisch alle Arbeiter haben Familien mit Hof und Land zuhause, denen sie helfen messen. Insbesondere der Maler, der alles noch einmal uebermalen muss, wird von uns bis Sonntag schmerzlich vermisst. Der Tischler aber ist schon wieder am arbeiten und bastelt unsere Hausbar. Wir hoffen, in den naehcsten Wochen einziehen zu koenenn, aber das hoffen wir schon laenger…

Popcorn in Shanghai

Juli 20, 2007

Wenn wir uns entspannen wollen, kaufen wir uns DVDs wie M*A*S*H (die kompletten Folgen) oder „Live Free or Die Hard“. Dazu gibt es dann Zucker-Popcorn, der hier an der Strasse verkauft wird, wie auf diesem Photo:

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Wir haben mit etwas Muehe Zimt aufgetrieben (die chinesischen Schriftzeichen auf Zimt und Muskatnuss Packungen sind identisch! Da hat wohl jemand beim Zoll-Import geschlampt und die braunen Pulver verwechselt) und lassen davon dann immer etwas hineinmischen. Nicht Oeko, aber lecker!

Wir haben Skype!

Juli 17, 2007

Vor ein paar Tagen haben wir bei uns Skype installiert – damit kann man kostenlos von Computer zu Computer telephonieren, mit besserer Tonqualitaet als mit einer Billig-Telephonier-Nr. Das ganze wird auserdem zu einem Video-Telephonat, wenn man eine Webcam (wie in unserem MacBook) hat. Da wir nicht immer online sind, ist es am besten, wenn Ihr uns eine email schreibt, und wir eine Zeit zum „Skypen“ ausmachen. Unser Skype-Name (unter dem man uns erreicht) ist uebrigens „quanbohorst“.

Es geht voran!

Juli 15, 2007

In der letzten Woche ist endlich mal wieder einiges in unserer Wohnung passiert. Davor war der Maler drei Wochen lang damit beschaeftigt, die Holzarbeiten zu lackieren und die Waende weiss zu malern. Das Resultat sah dann etwa so aus (mit und ohne Blitzlicht):

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Schlafzimmer und Diele:

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Unsere Wohnung sah natuerlich schrecklich aus, auch weil der Maler unheimlich viel Muell produzierte:

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Wir warteten nicht nur auf den Maler, sondern auch auf den Bambusboden. Im Maerz hatten wir ein Bambusparkett bestellt, bei dem die Bambusstreifen vertikal in sehr enger Folge arrangiert sind. Im Mai wollte der Hersteller diese Sorte am liebsten nicht mehr liefern, denn sie ist teuer herzustellen. Er wollte sie (angeblich) auch ueberhaupt nicht mehr in seiner Fabrik in der Jiangxi Provinz produzieren. Wir haben zwar darauf bestanden, aber das bedeutete, dass die Fabrik eine Extraladung nur fuer uns machen musste, und es entsprechend laenger dauern wuerde. Und solange wir keinen richtigen Boden haben, solange koenen wir auch nicht anfangen zumindest einige Zimmer einzurichten. Fuer das Verlegen der „Drachenknochen“ (der Holzleisten unter dem Parkett) musste ausserdem unser gesamtes Umzugsgut in Zimemr untergebracht werden, wo kein Parkett verlegt wird, d.h. Badezimmer, Kueche, Waschkueche. So gut es ging haben wir gestaut.

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Wir hatten uns zudem schon seit einiger Zeit vorgenommen, unsere Wohnungstuer zu ersetzen. Vor zehn Tagen sahen wir dann ein Modell, dass uns gefiel. Unsere alte Tuer sah so aus (dies ist die Tuer unseres Nachbarn gegenueber):

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Die Tuer ist aus duennem Metall, innen hohl und laesst sich von aussen nicht gut schliessen. Ausserdem ist der Tuergriff von aussen klinkenfoermig, ohne dass die Klinke sich tatsaechlich herunterdruecken laesst. Da sie auch noch aus billigem Metall ist, kann man sich dabei die Hand ganz schoen weh tun. Jedenfalls wollten wir eine schoene, dicke Holztuer haben. Die neue Tuer wurde dann samt Rahmen geliefert und erst einmal in der Kueche untergebracht:

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Nachdem sich unsere Handwerker geweigert haben, sie einzubauen, haben wir die Lieferfirma noch einmal kommen lassen und das fuer 700 RMB (70 Euro) machen lassen. Zuerst musste jedoch die alte Tuer raus:

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Im Hintergrund guckt die neugierige Nachbarin, vorne rechts, der grinsende Typ, ist Li, unsere Hauptrenovierer, der sich freut, dass er die Tuer abbauen kann und als Gegenleistung das Altmetall bekommt. Dann ging es ans einbauen:

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Natuerlich haben die Handwerker es beim Einbau geschafft, den Rahmen zu beschaedigen (ein 40 cm langer durchgehender Riss), so dass sie diese Seite Tags darauf austauschen mussten. So ist es nun mal hier. Hier ist nun aber die neue Tuer:

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Am gleichen Tag kamen auch die Handwerker, die unsere Wendeltreppe installieren wollten. Natuerlich ahtten wir auch bei dieser Komponente der Wohnung etwas Stress: Waehrend wir im Februar ein Modell vereinbart hatten, dass auf einem Photo in der Renovierungsfirma von Li abgebildet war, wollte man uns jetzt ein modulares billiges Ding aufschwatzen. Da im Renovierungsvertrag einfach pauschal „1 Treppe“ im gesamtpreis mit enthalten ist, schlaegt sich das zu 100% auf die Marge (sofern vorhanden; er ist ziemlich verzweifelt mit uns) von Li nieder. Das Photo hing aber noch da, und Li musste zaehneknirschend zustimmen, das teurere, vor Ort fest zusammengeschweisste Modell zu installieren. Er jammerte ganz schoen, es sei ja teurer als er kalkuliert haette und er „duerfe keinen Verlust amchen“, aber Quanbo ruehrte das nicht.

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Jedenfalls wurde am gleichen Tag, an dem an der Tuer gearbeitet wurde auch schon Mal die Treppe vorbereitet:

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Inzwichen sind die Arbeiten sogar noch weiter gediehen – mehr dazu spaeter!