Archiv für Februar 2007

Willkommen im Jahr des Schweins!

Februar 18, 2007

Heute ist chinesisches Neujahr, d.h. das Jahr des Schweins hat begonnen. Laute Boeller knallten schon seit vorgestern durch die Strassen, es wurde an Strassenstaenden reichlich Knallzeugs in allen Preislagen (umgerechnet 1 Euro – 300Euro+) verkauft. Wir sind nicht zum Photographieren gekommen, daher hier zwei Bilder vom Februar 2005, die aber zeigen wie die Staende auch jetzt noch aussehen:

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Als es gestern dunkel wurde, flogen dann auch die Feuerwerkskoerper durch den Himmel. Ab 19:00 Uhr war es hell erleuchtet, und im Gegensatz zum europaeischen Verfahren, ging es bis Mitternacht fast ununterbrochen weiter, bis um spaetestens halb eins alles vorbei war. Es gibt kein offizielles Feuerwerk der Stadt, offenbar denkt man die Einwohner wuerden von sich aus schon fuer genug Stimmung am Himmel sorgen, und damit hat man auch recht, wie diese Bilder von der letzten Nacht zeigen:

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Sehr beliebt sind grosse Kaesten, die viele Roehren mit Raketen enthalten, die nach einmaligem Anzuenden nacheinander starten, so dass ein kontinuierliches Feuerwerk von Sekunden- bis Minutenlaenge entsteht:

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Als wir kurz nach Mitternacht auf die Strasse gingen, trafen einen Mann, der meinte, er seio eigentlcih schon fertig, er wolle uns aber etwas ganz besonderes an feuerwerk zeigen. Er sagte, er wuerde jemanden holen, der fuer einen umgerechnet 300 Euro teuren Kasten bezahlen wuerde. Nein, wir haben’s auch nicht verstanden. jedenfalls trug er kurz danach mit zwei anderen Maennern einen absolut riesigen Kassten auf die Strasse (mitten in den zugegeben spaerlichen Verkehr) der dann einige Minuten lang wirklich professionell aussehende Raketen spieh.

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Natuerlich haben wir uns vorgenommen im naechsten Jahr, vom Dach unserer Wohnung, ordentlich mitzumachen. Dieses Jahr hatten wir nur ein paar Verlegenheitsboeller besorgt.

P.S. Die Sache mit der Wohnsitzregistrierung ist gut gegangen, Quanbo’s Vater hat den lokalen Polizisten belabert. Der strafrahmen war eh nur zwischen 5 und 50 Euro, das wusste ich aber vorher nicht.

P.P.S. In China ist Hochchinesisch als Amtssprache offiziell durchgesetzt. Auf der Polizeistation war am Schalter ein grosses Schild „Bitte sprechen Sie Hochchinesisch!“ (im gegensatz zum Shanghaier Dialekt). Unwillkuerlich kam mir der Gedanke, auf Mittel- und Sueddeutschen Polizeiwachen und Aemtern Schilder wie „Bitte sprechen Sie Hochdeutsch!“ installieren zu lassen…

Arbeitserlaubnis

Februar 16, 2007

Heute haben Quanbo und ich meine Arbeitserlaubnis abgehoplt. Die Beantragung war ziemlich stressig, und wir haben das ganze noch verschlimmert, indem wir unsere neue Wohnung als adresse angegeben haben – ein fehler, denn noch wohnen wir ja bei quanbo’s eltern und wir bekommen keine Meldebestaetigung fuer die neue Wohnung! Zusaetzlich kriegen wir gleich maechtig Aerger beio der Polizei, denn wir haetten uns spaetstens drei tage nach unserer Ankunft melden muessen – das hat uns natuerlich keiner gesagt, ich habe sogar einen Zettel in den pass gekriegt, ich muesse mich innerhalbv von 30 Tagen bei der Polizeistation um eine Aufenthaltserlaubnis kuemmern, als wir hier ankamen war von 15 Tagen die rede, aber erst jetzt erfahren wir, dass unsere Meldung des Aufenthalts (unabhaengig von der aufenthaltserlaubnis) gleich hjaette geschehen sollen. Wir gehen gleich mit Quanbo’s Vater und einer Bestechuingspackung teurer Zigaretten zur Polizeistation und schauen, wie hoch denn hier die Strafe ausfaellt bzw., ob wir sie wegdiskutieren koennen. Danach gehts zu Quanbo’s Onkel+Familie zum Feiern des „Kleinen Silvesters“ (das eigentliche silvester ist morgen, Sonntag ist Neujahr).

Heute ist das Wetter etwas schlechter, wir haben die Faehre zu der Arbeitsbehoerde genommen und zwei Photos gemacht, die wir Euch nicht vorenthalten wollen.

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Valentinstag

Februar 14, 2007

Heute wollten wir uns ein wenig entspannen, und nicht wie die letzten Tage nur von einem Installateur/Wohnungsfachgeschaeft/Moebelaustellung zum naechsten Spezialisten rennen. Getsern abend war ein Chinese in unserer Wohnung, der es vielleicht schafft, unsere Wuensche bezueglich eines eingebauten kamins zu realisieren…

Nachdem gestern ein Expressbote nicht (wie versprochen) gekommen war, mussten wir jedoch vorher ein paar Photos bei der Agentur, die sich um den Visa Papierkram kuemmert, vorbeibringen. Am Freitag bekomme ich hoffentlich meine Arbeitserlaubnis. Wir sind danach einfach ein wenig durch Shanghai gelaufen, und ich habe Photos gemacht, die ich Euch nicht vorenthalten will. Zuerst aber erzaehlt Quanbo ein wenig:

Es ist nicht zu uebersehen, dass heute der Valentinstag ist. Eine Express-Agentur hat unseren Auftrag abgelehnt, da sie heute schon laengst ausgebucht ist. In jeder Strassenecke gab es Rosen in allen moeglichen Farben zu verkaufen, natuerlich zum dreifachen Preis von gestern. Viele Geschaefte machten Sonderangebote zum Valentinstag…

Wir waren in der Fussgaengerzone in der Nanjingstrasse, einer beliebten Einkaufsstrasse mit lauten Kaufhaeusern und Restaurants. Es waren viele viele Paare unterwegs, einige Frauen / Maedchen mit blau gefaerbten und mit Glitzerzeug bestreuten Rosen in den Armen… Bei Haeagen Dazs gab es fuer 218 Yuan (ca. 21 Euro) ein Schokoladenfondue mit vielen Herzen aus Eis, Obst, Keksen etc.

Quanbo schreibt morgen wieder was, hier nun ein paar Photos. Heute war ein sonniger tag, und wir haben Zeit fuer ein paar schnappschuesse unterweghs gefunden. Irgendwann muessen wir uns mal mehr Zeit fuer professionellere Photographien nehmen.

Shanghai ist in Puxi (westlich des Hunagpu Flusses) und Pudong (oestlich) unterteilt – so aehnlich wie rive gauche und rive droite in Paris… Wir wohnen uebrigens in dem aeusseren teil von Pudong. Nahe dem Zentrum von Shanghai enstehen in Pudong Wolkenkratzer am laufenden Band, zumeist Bankgebaeude, Hotels oder von Gebaeude von anderen Finanzinstituten. Hier sind ein paar Beispiele, alle im Umkreis von 200 m aufgenommen. (auf die Bilder klicken vergroessert sie):

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Das Ding mit der Kugel auf dem rechten Bild ist uebrigens der Shanghaier Fernsehturm. Hier ist er nochmal in gross:

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Es wird auch wie wild gebaut. Hier sind ein paar interessante Baustellen in der Gegend:

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Puxi ist der aeltere Teil von Shanghai, Pudong ist erst vor relativ kurzer Zeit erschlossen worden:

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In der Nahe zum Bund mischen sich Hochhaeuser und alte Gebaeude aus den 30er Jahren. Das rote Backsteinhaus ist jetzt ein Hotel:

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Abends haben wir von der Fussgaengerzone in der Nanjingstr. noch ein nettes Hochhaus gesehen:

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Zuletzt noch der Turm vom Meridien Hotel am Eingang der Fussgaengerzone, der mich von der Ferne an einen Geissbock, aus der Naehe an eine Waechterfigur im einem Tempel einer dunklen Gottheit erinnert hat:

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Sieht doch irgendwie bedrohlich und unheimlich aus, oder?

Adresse

Februar 13, 2007

Wer uns Briefe schreiben moechte: am sichersten ist momentan die Adresse von Quanbo’s Eltern, die im folgenden Bild dargestellt ist.

Adresse

Wohnung uebernommen

Februar 13, 2007

Gestern haben wir die Wohnung offiziell uebernommen, dazu mussten wir einige Gebuehren bezahlen und die Hausordnung unterschreiben. Die Hausordnung wird wohl ohnehin nicht sehr ernst genommen, auf der Miteigentuemerversammlung am Samstag trafen wir ein aelteres Ehepaar, von dem der Mann auf der (vorgeblich oeffentlichen) Terasse einen Taubenschlag installiert hat! Offenbar zuechtet er seit 20 Jahren Renntauben, und wetterte eifrig, als ihm gesagt wurde, dass er u.U. alles wieder abbauen muesse. Aber solange sich keiner beschwert und der Verwalter bestochen wird, geht hier alles!

Auch unsere Nachbarn haben eine Terasse zugebaut, um sie als Waschkueche zu verwenden. Offene Balkone und Terassen stossen in China auf Unverstaendnis, man sieht sie als vergeudeten Wohnraum. In dieser dichtbesiedelten Stadt macht das vielleicht auch Sinn, aber wir werden unsere Terassen ganz dekadent offen lassen.

Anbei nun ein paar Photos des Gebaeudes, des Innenhofs, der im Bau befindlichen S-Bahn Station und der Terasse. Durch Klicken auf die Bilder werden sie uebrigens vergroessert, die kleinen Bildchen sind nur eine Vorschau.

Innenhof

Das Gebaeude

Hauseingang und S-Bahnstation im Bau

Dachterasse

Blick vom Dach

Ein paar Photos

Februar 11, 2007

Mit den Photos hat das gestern noch nicht so gut geklappt, hier ein zweiter Versuch:

Zuerst ein Blick aus unserer neuen Wohnung
Blick aus dem Fenster
Diese Treppe werden wir komplett herausreissen und an anderer Stelle eine Wendeltreppe einbauen. So koenen wir die (zu kleine) Kueche vergroessern.
Treppe
Dies ist die Gallerie oberhalb des Wohnzimmers

Gallerie

Wir ueberlegen, an die linke Wand eine Bar zu installieren… – Horst

Der erste Eintrag!

Februar 10, 2007

Endlich kommen wir dazu, von unseren Erlebnissen zu berichten. Dieser Blog lies vor allem deswegen auf sich warten, da mir www.wordpress.com zwar von kompetenter Stelle empfohlen wurde, die Domain in China aber von der „Great Firewall of China“, auch Goldener Schild 金盾工程 genannt, blockiert wird. Diese Krise (=Gefahr/Gelegenheit) haben wir nun genutzt und TOR installiert. Das funktioniert, ist aber laaangsaaam.

Wir wollen nun (hoffentlich abwechselnd, wenn nicht alternierend) diese Seite nutzen um von unseren Erlebnissen hier in Shanghai zu berichten.

Wir haben natuerlich unsere Wohnung besichtigt, und die meiste Zeit bis jetzt mit der Planung der Einrichtung verbracht. Insbesondere der Parkettboden ist kompliziert, denn westliche Methoden fuer die Verlegung sind hier ziemlich unbekannt. Nach einigen Nachfragen inden Foren von ShanghaiExpat, bei Parkett-Exportfirmen, einem Baumarkt und einem Parketthaendler haben wir viel gelernt, und mit den technischen Einzelheiten werde ich Euch nicht langweilen. Interessant ist, dass es hier viele Sorten tropenholz zu sehr kleinen Preisen gibt – neben Afrikanischem teak vor allem Indonesisches Hartholz, das dort wohl pseudo-legal aus dem Tropenwald geschlagen wird. Die Holzhaendler schmuecken sich hier mit Bildern von unberuehrtem Urwald, waehrend sie seine Zerstoerung aktiv vorantreiben. Der gegenpol besteht hier aus Bambusparkett, dass gehaertet noch stabiler als Hartholz und natuerlich ein nachwachsender Rohstoff ist (man schmueckt sich mit den gleichen Urwaldbildern, ergaenzt durcvh Bambuswaldbilder). Wir sind momentan am suchen, welches Bambusholz von welchem Fabrikanten wir von welcher Handwerksfirma bei uns installieren lassen.

Nebenbei laeuft die Suche nach dem Heiligen Kamin – aus Luftreinheits- und kulturellen Gruenden sind offene Kamine hier nur in Hotels und Bars zu finden. Es ist gar nicht so leicht einen Kaminbauer zu finden, aber immer wenn wir kurz vor dem Aufgheben sind, faellt uns ein kleiner Hinweis in den Schoss, der uns wieder anspornt. Aehnliches giolt im uebrigen fuer eine vernuenftige Heizung… Ein paar Bilder von der Wohnung habe ich angehaengt.

Am Donnerstag waren wir beim Gesundheits-Check, noetig fuer unsere Visa. Der hat uns praktisch den gesamten Mittag gekostet, Blutbild, Brustroentgen, EKG, Ultraschall, HNO, es war alles dabei, alles am Fliessband in einer kleinen Behoerde, wo lauter Auslaender den Pflichtcheck ueber sich ergehen liessen. Bis die Visa Sache geklaert ist, muessen wir noch viel Buerokratie erledigen, das merkblatt hierzu von der Jiaotong-Uni ist 4 Seiten lang.

Morgen erzaehlen wir dann von der Miteigentuemerversammlung unseres Wohnprojektes, die heute stattfand.

HorstDas spaetere WohnzimmerDas spaetere Wohnzimmer